© Spurensucher - 17. April 2017

Yongauni: Pazifische Seeanomalie vor Japan

300 km vor der japanischen Küste gibt es ein Gebilde im Meer, das gegebenenfalls das Zeug zu einer Sensation hätte, wenn sich die Wissenschaftler wider Erwarten darüber einig wären, worum es sich dabei handelt. Leider sind sie es aber nicht und man kann sich getrost der einen oder anderen Seite anschließen: Ist es geologischen Ursprungs oder ein architektonisches Werk der Vorzeit?

 

Alles begann bereits 1985, als der japanische Taucher Kihachiro Aratake auf der Suche nach einem neuen Tauchressort plateauartige Gesteinsformationen unter Wasser in der Nähe der Insel Yonaguni entdeckte. Sie liegt sehr abgelegen im ostchinesischen Meer und ist keine 100 km von Taiwan entfernt.

 

 

Aratake hat das Monument bei seinem ersten Tauchgang direkt mit Ruinen in Zusammenhang gebracht. Es hat ihn auch auf Anhieb an alte Pyramiden erinnert. 1992 wurde das "versunkene" Monument (sofern man es als solches betrachtet) das erst Mal offiziell untersucht und vermessen. Mit mehr als 150 Metern ist die Anlage fast zwei Fußballfelder lang und höher als ein achtstöckiges Gebäude. Japanische Wissenschaftler sind der Auffassung, dass das Monument von Menschen geschaffen wurde. Die Euphorie der westlichen Wissenschaftler hält sich dagegen in Grenzen. Während zahlreiche Taucher dort den Eindruck haben, als wären sie in einem Science Fiction gelandet und bewegten sich in einer gewalten Stadt, pflichten verschiedene Geologen dieser Auffassung nicht eben bei. Die See ist dort sehr bewegt, was die Tauchgänge nicht immer leicht macht. 

 

 

Der Forscher und Autor Graham Hancock hat extra einen Tauchkurs absolviert, um sich das Monument mit eigenen Augen anzusehen.

Beeindruckend sind dort die geraden, fast rechtwinkligen Kanten, die unmittelbar Gedanken an ein Bauwerk aufkommen lassen (zumindest nach Hancocks Auffassung). Hancock hat seit 1997 dort 150 Tauchgänge absolviert und über ein Gebiet von 5 km hinweg unter Wasser sehr unterschiedliche Strukturen entdeckt, die seiner Auffassung nach nicht natürlichen Ursprungs sind. Er glaubt dabei eher an eine gewaltige religiöse Kultstätte.  

 

Lt. der japanischen Wissenschaft liegt der Schluss nahe, dass dieses Monument im Verlauf der letzten Eiszeit über dem Meeresspiegel lag. Das Werk müsste also etwa 8.000 v. Chr. entstanden sein (nach offizieller Gegenrechnung also etwa 4-5.000 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden, die allerdings auch viel älter sein können). Demnach wäre Yonugani mit rd. 10.000 Jahren das älteste Bauwerk der Welt. Das allerdings wird in der Mainstreamwissenschaft nicht akzeptiert, da das Ganze eine Revision der Altertumsgeschichte nach sich zöge. Hancock und Archäologen wie John Anthony West glauben daran, dass hochentwickelte Gesellschaften bereits in der Eiszeit existierten, was von renommierten Wissenschaften auch ohne nähere Überprüfung abgelehnt wird. 

 

 

Die Insel Yonaguni befand sich vor 9.000-10.000 Jahren auf dem alten Wendekreis des Krebses. Das war damals ein astronomisch bedeutsamer Ort. Neben dem Monument gibt es unter Wasser einen Stein, den man den Sonnenstein nennt. Man kann nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen, dass es sich dabei um eine Sonnenuhr handelt oder ob er eine religiöse Bedeutung hatte. Die Enden des Steins weisen genau nach Norden und Süden.

 

Der Wissenschaftler Robert Schoch (Geologe an der Boston University), der in der Regel auch ohne Indizien bei Sichtungen für die ausgefallensten Theorien zu haben ist, gibt sich bei der Untersuchung von Yonugani eher reserviert. Überall an dem Monument sind saubere vertikale Brüche vorhanden, die den Eindruck von Treppenstufen vermitteln. Schoch allerdings hält die rechten Winkel für irreführend und glaubt hier eher an die Zufallstheorie und die starken Strömungen in diesem Gebiet. Schoch wie auch der Geologe Wolf Wichmann (beide haben vor Ort untersucht), glauben an ein natürliches Phänomen – dem Rest einer Schorre. Laut Wichmann laufen alle Wände und Terrassen entlang natürlicher Schwachpunkte im Gestein, können also durch Erosion erklärt werden.

Masaaki Kimura, ein Meeresgeologen der Universität Ryūkyū, wie einige andere Archäologen und Geologen sind ganz anderer Auffassung und zweifeln die Erosionstheorie an. In der Tat gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass dort zu viele Merkwürdigkeiten vertreten sind, als dass hier stets Natur und Zufall die entscheidende Rolle gespielt hätten:

• Die Anordnung der Bühne, ein 21 x 21 Meter großes Plateau, flankiert von zwei Mauern, ist ohne weiteres mit einem Altar oder einer tatsächlichen Bühne in Verbindung zu bringen. An einer der Ecken der Bühne ist ein gemeißeltes Gesicht mit Augen zu entdecken

• Weitere kopfschmuckähnliche Meißelarbeiten befinden sich ebenfalls im Umfeld der "Bühne"

• Auf der Plateauebene erscheinen Formen und Figuren, die ebenfalls wie gemeißelt aussehen.

 

Die berechtigsten Zweifel an der Strömungs- und Erosionstheorie herrschen insbesondere an den Stellen, wo diverse Löcher und rechtwinklige Öffnungen in innenliegenden Bereichen vorkommen.

 

Die Forscher sind hin- und hergerissen. Während Atlantisforscher und Ägyptologe Anthony West bemerkt: "Nur weil es an eine Kultur erinnert, muss keine Kultur dahinter stehen", räumt Schoch ein, dass tatsächlich markante Stellen auf dem Hochplateau vorkommen, die an Streingravuren erinnern und wohl eher doch nicht auf zufällige Weise entstanden seien. So ganz ablehnend schien Schoch am Ende doch nicht gegenüber der Möglichkeit zu sein, dass ältere Kulturen mit der Sache zu tun hatten.

 

Interessanterweise gibt es Referenzen zu Steinbearbeitungen auf der Insel, die den Steingravuren unter Wasser entsprechen. 

 

 

 

 

Eine weitere Atempause für die Mainstream-Wissenschaft, die sich ohnehin nicht für den Fall interessiert, dürfte möglicherweise durch den Disput der Japaner mit den Chinesen ausgelöst worden sein, als 2016 auf Yonugani eine Radarstation für das Militär errichtet wurde. Man spricht davon, dass auch weiteres Militär auf die kleine 30 Quadratkilometer-Insel folgen wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass archäologische Forschung durch Militäraktivitäten dauerhaft verdeckt werden.

 

 

 

 

 

 

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