© Spurensucher - 19. Januar 2018

Von Riesen und Einhörnern: die größte frühe Weltkarte

 

Monte_Karte_

 

Abbildung: Mit freundlicher Genehmigung von David Rumsey Map (>> Quelle / gilt für alle Karten und Ausschnitte dieses Blogartikels); dort kann man auch eine hochauflösende Version zur Detailforschung kostenlos herunterladen.

 

Das David Rumsey Map Center an der Stanford University ist im Besitz einer aus 60 Einzelblättern zusammengesetzten Weltkarte, die 1587 von Urbano Monte erstellt wurde. Als das Institut die Karte als älteste von drei verfügbaren Originalen erwarb, lagen die Einzelseiten buchstäblich zum Blättern als Manuskript oder Atlas vor. Darin fand man Anweisungen, wie Monte die Karte zusammengesetzt wissen wollte. Digital zusammengesetzt hat die Karte jetzt einen Durchmesser von 3 Metern. Monte hatte wohl im Sinn, sie am Ende in der Mitte (Nordpol) an einer Wand befestigt zu sehen, um sie anschließend drehbar zu machen. Den Wunsch hat man ihm allerdings bis heute nicht erfüllt … :-)

 

Wenigstens hat man jetzt die Karte aus den handgezeichneten Manuskripten digital in der von Monte gewünschten Form zusammengesetzt. Das Ergebnis ist eine Azemutalprojektion, die alle "üblichen" Formate sprengt. Und das nicht nur aufgrund der Größe, sondern vor allem durch die Akribie und Vielfältigkeit ihrer Details.

 

Der Blick auf die Welt mit dem Nordpol als Zentrum liefert uns eine aufschlussreiche Grundlage der Betrachtungsweise des 16. Jahrhunderts. Wissenschaft, Kunst und Geschichte stehen in einzigartigem Zusammenhang, denn das Werk erschöpft sich nicht nur durch Ortsangaben und topografische Merkmale. Monte hat seinerzeit eine einzigartige 2D-Planisphäre geschaffen, die die Welt nicht nur aus der Vogelperspektive zeigt, sondern neben großartigen Verzierungen auch Darstellungen von Klima, Bräuchen, Tageslängen und Entfernungen schriftlich mit eingewoben hat.

 

Urbano Monte belebt die Welt

 

Was aber für Mythenforscher noch viel erstaunlicher ist: Die Karte aus dem 16. Jahrhundert zeigt eine Welt voller kryptozoologischer Wesen und ausgefallenen Humanoiden. Darunter fallen fantastische Kreaturen wie Seeungeheuer, Greife, Zentauren, Einhörner und Meerjungfrauen.

Urbano Monte (1544-1613) lebte als Adliger in Mailand/Norditalien. Offenbar hatte er jede Menge Zeit, denn der Wohlstand seiner Familie verpflichtet ihn nicht zu arbeiten. Vielmehr verbrachte er seine Zeit mit dem Sammeln von Büchern für seine renommierte Bibliothek und verfolgte wissenschaftliche Interessen, so ein Bericht des David Rumsey Map Center.

Im Alter von 41 Jahren entwickelte Monte ein Interesse an der Kartographie. Insbesondere ein Besuch der ersten japanischen Botschaft in Europa, die 1585 in Mailand gegründet wurde, weckte laut dem Bericht sein Interesse an der japanischen Geographie. Zudem erfreuten sich die "Kartenmalereien" in der italienischen Dekoration wohl zu jener Zeit größter Beliebtheit.

 

Monte verließ sich angeblich auf zeitgenössische Quellen, um die Karte anzufertigen. Insbesondere sind hier die fantastischen Tiere zu nennen, die auch konkret regional zugeordnet werden.

 

Die übergroße Antarktis erinnert an die Flache-Welt-Theorien von heute – imperialistische Bestrebungen wurde inhaltlich auch verarbeitet: Monte lässt Philip II. von Spanien und mehrere Schiffe seiner spanischen Armada den Pazifik und den Atlantik durchqueren.

 

Philip II. von Spanien kommt groß raus

 

Philipp

  

Warum Monte die japanischen Inseln horizontal statt vertikal zeichnete, ist bis heute unklar. Dass er Japan ziemlich groß darstellte, lässt auf seine engen Verbindungen zu dem Land schließen.

 

Japan in Übergröße und außerdem in horizontaler Darstellung

 

Japan

 

Das eigentliche Manuskript, ein gedrucktes Exemplar und eine digitale Version des Manuskripts sind auf einem Touchscreen an der Stanford University zu sehen, wo Wissenschaftler die seltene Karte studieren. Die Bilder sind auch online, um sie der Öffentlichkeit hochauflösend zugänglich machen zu können.

 

Die Antarktis: Kein Eis, dafür alles bemerkenswert fruchtbar

Üblicherweise heisst es, James Cook habe als erster den südlichen Polarkreis durchquert. Zusätzlich steht noch die Behauptung im Raum, dass man erst 1820 Land auf der antarktischen Halbinsel entdeckt habe. Lange zuvor jedoch hatte die Wissenschaft dort Festland bzw. einen Kontinent unter der Bezeichnung "Terra Australis" vermutet – Eine Bezeichnung, die bereits von Ptolemäus geprägt wurde. Es darf also gemutmaßt werden, dass bereits schon früher Expeditionen dorthin unternommen wurden. Erstaunlicherweise findet man auf Monte's Karte jedoch keinerlei Packeis oder Hinweise auf einen eisbedeckten Kontinent. Auf den grünen Landmassen tummeln sich laut Monte die unterschiedlichsten Säugetiere, Vögel und mitunter auch Drachen (Saurier?), die Zweikämpfe miteinander austragen. Wie ist das zu verstehen? Einerseits sind die kartografischen Aufzeichnungen der uns bekannteren Kontinente alles andere als ungenau, andererseits ignoriert Monte die Packeiszone und das eisbedeckte Hinterland. Bezieht er sich auf Erkenntnisse und Aufzeichnungen einer "grünen" Epoche in der Region? Seine dort beschriebene Tierwelt zeigt uns jedenfalls nicht, dass er eine mehr oder weniger frostige Vorstellung von der Gegend hatte. Sind seine Bergeinzeichnungen, Flüsse, Tiere usw. reine Fantasie? In unmittelbarer Nähe jedenfalls zeigt er uns passierende Schiffe, die keinerlei Eindrücke von der unwirtlichen Gegend gehabt haben sollen? Wie Magellan, der bereits 1520 in der Gegend unterwegs war… hat er diese Ansichten bekräftigt? Vielleicht müssen wir es ja nicht so ernst nehmen, da der Nordpol ja auf seiner Karte ähnlich "grün" beschaffen ist. Dort finden sich aber keine Tiere wie am Südpol …

 

Möglicherweise "verhagelt" der abgebildete Zentaur auch ein wenig die Glaubwürdigkeit der Landmassen-Darstellungen. Zumindest aus heutiger Sicht. Aber was ist schon ernst zu nehmen und was nicht?

 

Darstellung der Antarktis-Region: Von Eis keine Spur

 

Antarktisring

 

Abbildung des "Drachen"kampfes auf dem bis heute noch für das "Gemeinvolk" wenig bekannten Südkontinent

 

Drachenkampf

 

Das Geheimnis der fliegenden Elefanten

Gleich zwei Mal überrascht uns Urbano Monte mit einer Darstellung von zwei Elefanten, die jeweils von einem riesigen Vogel abgeschleppt und durch die Lüfte getragen werden. Geht da wieder Monte's Phantasie mit ihm durch? Seltsamerweise befinden sich beide Darstellungen unweit des amerikanischen Südkontinents. Aus meiner Sicht hätte man solche Phantasie-Ergüsse auch großzügiger auf der Karte verteilen können, wenn man nicht vielleicht doch von einer Häufung in einer bestimmten Gegend überzeugt gewesen wäre. Sind hier eventuell irgendwelche Legenden oder Mythen mit im Spiel, von denen wir nichts wissen?

 

In Südsibirien bzw. Zentralasien tauchen teufelsähnliche Hominide und in Nordsibirien Einhörner auf. Im Bereich des Niger und Liberia finden sich große Echsen mit drachenähnlicher Gestalt … Nordafrika ist weitaus grüner als heute. Das Repertoire an Informationen ist nahezu unerschöpflich, wenn man dieser Aufzeichnung einen gewissen Wert beimessen möchte.

 

Fliegende Elefanten

 

Die Stelle mit den Riesen

Urbano Monte hat in Südargentinien/Südchile die "Regione de Giganti" für sich lokalisiert und auch entsprechende Riesen dort abgebildet. Was haben wir davon zu halten? Geschichten über Riesen-Humanoide in Patagonien haben eine jahrhundertelange Tradition. Angeblich soll im Jahre 1673 ein zweiköpfiger Riesen (Kap Dwa) von spanischen Matrosen gefangen genommen worden sein. Auch hier lassen Magellan und Sir Francis Drake grüßen (>> Quelle). Jedenfalls scheint die Existenz dieser Riesen (> 3,60 Meter), beschrieben in zahlreichen unterschiedlichen Aufzeichnungen, nur noch wenig umstritten zu sein.

 

Riesenausschnitt 

 

 

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Men-Er-Letionec-web(1)

Der bretonische Volksmund nennt ihn auch "L'homme de bout ou encore le Chien assis" (also in etwa: Stehender Mann oder alternativ sitzender Hund). Der Menhir liegt in der Nähe der Landspitze von Kerpenhir am Rande des Golfs von Morbihan; im Prinzip nur wenige Meter davon entfernt. Man geht davon aus, dass dieser Menhir von immerhin etwa 3,40 Höhe der sichtbare Überrest eines alten Steinkreises sei.

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Es fällt einem nicht gleich ins Auge, da der Blick eher auf die prächtigen Wandornamente gerichtet ist, wenn man die Stufen zum Dach im Tempel von Dendera emporsteigt. Dann sieht man es aber doch, weil man automatisch den Blick senkt, um nicht bei nächster Gelegenheit zu stolpern. Dann schießt es einem durch den Kopf: Wieviele Menschen haben diese Schneise in den letzten zweieinhalb Tausend Jahren passiert, um diese Stufen so aussehen zu lassen …

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Frank Shuman, amerikanischer Erfinder mit ostdeutschen Wurzeln, baute 1912/1913 in Maadi (Ägypten), ca. 25 km südlich von Kairo, das erste Parabolrinnenkraftwerk. Shumans Anlage in Maadi nutzte die Parabolrinnen, um einen 60-70 PS-Motor zu versorgen, der 6.000 Gallonen Wasser pro Minute vom Nil zu benachbarten Baumwollfeldern gepumpt hat.

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Fassadenkunststück der Nomaden? Mada'in Salih


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Regenbogengebirge aus der Graffiti-Sprühflasche: Zhangye Danxia


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