© spurensucher - 31.07.2018

Weiße Flecken in Afrikas Kartographie-Geschichte

MaxPixel.freegreatpicture.com-Expedition-Forest-Vegetation-Map-Wild-Girl-930447(CC0 Public Domain; >> Bildquelle)

 

Afrika-Karten aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind erstaunlich detailliert. Ganz anders als Afrika-Karten aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. In diesen sind plötzlich alle Details der Vorgängerjahrhundert-Ermittlungen verschwunden. Qualitätsschwund, -verbesserung, Mut zur Lücke oder politische Absicht?

 

Karten aus dem 16./17. Jahrhundert: Detailreiches Innenleben

Abraham Ortelius hat 1570 mit seiner Africae Tabula Nova bereits eine sehr detailreiche Karte entworfen. Die kartographische Quelle dieser Karte stammt von Gastaldi (1505-1566) und seiner 8-Blatt-Karte von Afrika (1564). Auch Teile der Mercator-Afrika-Karte von 1569 sollen in die Africae Tabula Nova eingeflossen sein. Experten befinden, dass zwei wichtige Änderungen in der Außenkontur des Kontinents verbessert wurden: das Kap der guten Hoffnung wurde spitzer, die Osterweiterung des Kontinents dazu noch deutlich reduziert. Schaue ich mir das "Innenleben", also Zentralafrika und den mittleren südlichen/südöstlichen Teil an, erkenne ich den Viktoriasee. Städtenamen wie Ouara kommen mir bekannt vor – wenngleich heute allerdings an anderer Stelle (Tschad). In der Gegend von Namibia wird zu Recht Wüstengegend verortet, im östlichen Gebiet von Botsuana gibt es Gebirgslandschaften, die ich ebenfalls auf der Karte finden kann. Zahlreiche Städtenamen sagen mir dagegen nichts, doch topografisch schienen die Karthographen bereits auf der richtigen Spur zu sein. Man vermutete bereits, dass der Nil zwei Quellen hat, wenngleich der Viktoriasee hier nicht die zweite war (beide Nilquellen stammen aus Ruanda und Burundi). Man erkennt, dass zwar nicht alles so recht zueinander passt, jedoch einige Detailinformationen irgendwie verarbeitet wurden.

 

Africae_tabula_novaQuelle: Wikipedia Commons - African Tabula Nova 1570 von Abraham Ortelius; >> Link Bildquelle; ¡0-8-15!  

 

Der Kartograph Gerhard Mercator hat etwa zur selben Zeit den Kosmografie-Atlas "sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et fabricati figura" herausgebracht. Die 1569 veröffentlichte Projektion von Gerardus Mercator war sofort nützlich, da sie eine Linie konstanter Peilung als gerade Linie darstellt, die für die Schifffahrt nützlich war. Der Nachteil bestand allerdings darin, dass er die Formen und Flächen großer Landmassen verzerrte und die Verzerrung mit zunehmender Nähe zu den Polen immer größer wurde. Afrika sieht beispielsweise unter der Mercator-Projektion etwa so groß aus wie Grönland, obwohl es in Wirklichkeit 14 mal größer ist. Für die Segler des 16. Jahrhunderts war das natürlich kein großes Problem, und die Mercator-Projektion ist bis heute beliebt. Der Nil wird auch wieder mit den beiden Seen und den Mondbergen (Ruwenzori-Gebirge) im südlichen Afrika in Verbindung gebracht. Mercator zeigt den europäischen Vormarsch ins Innere. Mercator soll angeblich die portugiesische Erforschung des Flusses Sambesi bis ins Innere des südlichen Zentralafrikas in der Region Monomotapa oder Benamataxa nachvollzogen haben, wie er es auf seiner Karte nannte. Auch das portugiesische Fort "Ca. Portogal" befindet sich auf der Karte innerhalb der Flußabzweigungen Spirito und Cuama. Der Imperialismus hält Einzug. Man war also politisch hier up to date. Ein wenig phantasievoll verhält es sich mit der Ausgestaltung von Gebirgszügen, die praktisch wie "Gehege" wirken.

 

Mercator_Africa_037

Quelle: Mercator-Karte Afrikas aus "Atlas sive Cosmographicae meditationes de fabrica mvndi et fabricati figvra. Dvisbvrgi Clivorvm [1595]"; Wikimedia Common; >> Link Bildquelle; Finanzer

 

Nicht weniger detailreich verhält es sich mit dem Innenleben der Afrikakarte von 1593, die Gerard de Jode seinerzeit in Antwerpen heraus brauchte und den anderen beiden zeitgenössischen Kartenexemplaren in ihrer Komplexität in nichts nachstand.

 

Africa_1593,_Gerard_de_Jode_(3805116-recto)

Quelle: Wikimedia Commons; North West University Library, 16th-20th Century Maps of Africa, #3805116
Author Jode, Gerard de, 1509-1592/ Africæ vera forma, et situs
Pictorial relief map of Africa, published 1593

 

Über 200 Jahre danach: Statt Entdeckungen immer mehr weiße Flecken

Dass kartographische Geschichte vermutlich auch ein gutes Stück Volksverdummung oder wenigstens Verschleierung beinhaltet, lässt sich am Beispiel Afrika recht gut ableiten. Zwischen den oben genannten Daten des 16. Jahrunderts und des frühen 19. Jahrhunderts hat es zwar auch noch weitere "neue" Karten gegeben, die sicherlich auch ein paar neue Details beinhalteten (wie z.B. die Afrika-Karte des Amsterdamer Kartographen Justus Danckerts (1635-1701)). Dann aber ist plötzlich Schluss …

 

Das Kartenwesen des anfänglichen 19. Jahrhunderts zeigt alles andere als Fortschritte. Man müsste meinen, dass nach so langer Zeit weitaus mehr Inhalte auf einer neueren Karte zu sehen sind. Insbesondere dann, wenn man sich aus Sicht der damaligen Imperialisten dazu auserkoren sah, den Kontinent für sich zu vereinnahmen.

 

Spätestens 1710 geht es mit der Karte von Herman Moll los. Dazu muss man sagen, dass Moll auch Karten für Daniel Defoes Robinson Crusoe und Jonathan Swifts Gullivers Reisen hergestellt hat. Seine Phantasie dürfte also unbestritten gewesen sein … Der Verleger und Kupferstecher stützte sich auf das Wissen und die Erfahrungen eines Freibeuters namens William Dampier (>> Quelle).

 

 

(>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; Captainda)

 

Karte_Moll_1710

OK, dass die Küstenabschnitte hier nun etwas stärker ausgezeichnet wurden, dürfte selbsterklärend sein. Im Landesinneren hat sich entdeckungstechnisch allerdings wenig getan. Im Abschnitt "Ehiopia" will uns Moll weis machen, dass das Land "wholly unknown to the europeans" – im 18. Jahrhundert für Europäer absolut unbekannt gewesen sei. Es ist schwer vorstellbar, dass sich in Ermangelung neuerer Erkenntnisse Moll nicht wenigstens irgendwelcher Vorgängerkarten bedient hat, um diese Wissenslücken zu schließen. Offenbar handelte es sich um eine Auftragsarbeit für Charles Earl of Peterborow, einem britischen Seeadmiral aus – wie gewohnt – adligem Haus. Dieser hat sich allerdings mehr für Nordafrika interessiert, wofür ihm diese Karte wohl auch eher nützlich gewesen sein mag. Sollte hier vordergründig der Kommerz eine Rolle gespielt haben, wir wissen es nicht …

 

Etwas spannender und wohl weniger dem Zufall geschuldet sind die nächsten beiden Karten, als allererstes die von Boulton. Sie gilt angeblich als die bedeutendste Karte Afrikas aus dem 18 (genaugenommen 1794). Diese Karte basiert weitgehend auf der früheren D'Anville-Karte und wurde von Samuel Boulton vergrößert und erweitert. Hier ist jetzt die Elfenbeinküste mit drauf. Man behauptet, sie hätte erstmalig den ernsthaften Versuch dargestellt, alle damals verfügbaren genauen wissenschaftlichen Erkenntnisse über den afrikanischen Kontinent zusammenzutragen, was mich allerdings zweifeln lässt. Im Gegensatz zu vielen anderen Afrika-Karten dieser Zeit gibt es kaum einen Versuch, die "unbekannten" Regionen des Landesinneren mit fiktiven Tieren, Königreichen und geologischen Merkmalen zu füllen. (Hinweis: Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich vorher derart willkürlich verhielt).

 

Boulton selbst erklärt: "Die Binnenteile Afrikas sind nur sehr wenig bekannt, und die Namen der Regionen und Länder, die diesen riesigen Landstrich ausfüllen, sind größtenteils durch Vermutungen belegt. Trotzdem bietet diese Karte eine Fülle von Informationen, sowohl in Form eines in gerahmten Textfeldern hier und da auf der Karte wie auch von politischen und geographischen Merkmalen."

 

Der Kartograph hat dennoch wie alle andere vor ihm, sowohl bekannte als auch unbekannte Teile des Kontinents mit aktuellen Daten von zeitgenössischen und antiken Reisenden eingebaut (also Hörensagen). In den meisten Fällen ist es äußerst schwierig, bestimmte Quellen zu identifizieren, da viele der Daten vage und unsicher sind. Boulton zum Beispiel bemerkt eine Gemeinschaft von Juden in der Nähe des heutigen Mali. Obwohl eine sehr kleine Gemeinschaft jüdischer Händler im 15. Jahrhundert in Mali lebte, waren die meisten bereits im 16. getötet worden oder zum Islam konvertiert. Zweifellos waren Boultons Quellen hier extrem archaisch und damit längst überholt. Boulton stützt sich auch stark auf die Geographie von Claudius Ptolemäus und stellt diese Quelle in zahlreichen Hinweisen fest, die von Kommentaren über die lokalen Völker bis hin zu den Verläufen wichtiger Flusssysteme reichen. Ein Großteil der Karte ist eindeutig auf den Handel ausgerichtet, und wo Informationen verfügbar sind, machte Boulton Notizen über lokale Handelsprodukte und Mineralien. Auch auf den Karawanenrouten gibt es zahlreiche Vermerke, vor allem auf den Routen, die bekanntermaßen Karawanen quer durch die Sahara anbieten.

Ptolemäus folgend, lässt Boulton eine Reihe von geheimnisvollen Fluss-Systeme aus dem Nichts entstehen, die nirgendwohin führen. In Bezug auf den Weißen Nil, von dem er zu Recht annimmt, dass er größer bzw. länger als der Blaue Nil ist, folgt er der alten Theorie der "zwei Seen am Fuße der Mondberge". Also hier auch nix Neues gegenüber seinen Vorgängern, die das vor 200 Jahren schon wussten.

In der südlichen Hälfte Afrikas gibt es wesentlich weniger Informationen über das Landesinnere als in den von den Portugiesen kartierten Gebieten entlang der Flüsse Kongo und Sambes!!

 

Besonders interessant sind die Regionen um den Sambesi, genannt Monomotapa, da viele dieses Gebiet als das biblische Land von Ophir betrachteten, wo man die Minen von König Salomo entdecken konnte. Nördlich von Monomotapa finden wir eine embryonale Darstellung des Malawi-Sees, hier Maravi genannt. In Südafrika ist der niederländische Imperialismus stark im Landesinneren verankert.

Aus meiner Sicht ist hier nichts Großartiges hinzugekommen, nur die weißen Flecken auf der Landkarte wurden erheblich größer. Wie kann so etwas nach so reichhaltigen Karteninformationen der älteren Karten sein?

 

Erstellt von Samuel Boulton und veröffentlicht von Laurie & Whittle in Kitchins Generalatlas von 1794.

 

(>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; BotMultichillT)

 

1794_Boulton_and_Anville_Wall_Map_of_Africa_(most_important_18th_cntry_map_of_Africa)_-_Geographicus_-_Africa2-boulton-1794

 

Weitere Zunahme weißer Flecken

Es ist erstaunlich zu sehen, wie wenig aus der Überlieferung übernommen wurde. Die Anzahl weißer Flecken erhöht sich noch mit dieser handkolorierten Karte – einem Stahlstich aus dem Jahr 1813 – des bedeutenden englischen Kartenmachers John Thomson. Dabei handelt es sich um eine frühe und angeblich historisch wichtige Darstellung des afrikanischen Kontinents.

 

Ein großer Teil des Kontinents wird einfach als "unbekannte Regionen" bezeichnet. Karawanenrouten, Tempel und die Entfernungen zwischen den Oasen sind allgemein bekannt. Quer durch die Mitte des Kontinents führt Thomson die mythische Bergkette "Mountains of the Moon" auf. Die Berge des Mondes wurden bereits lange vorher (s.o.) in den alten Karten behandelt, also nix Neues. Diese Bergkette (Ruwenzori-Gebirge) bleibt einer der abgelegensten und exotischsten Orte der Erde und beherbergt eine Vielfalt an bizarren Pflanzen- und Tierarten. Weder der Viktoriasee noch der Tanganjikasee, die in viel früheren Karten vorkommen, erscheinen auf dieser Karte.

 

(>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; BotMultichillT)

 

1813_Thomson_Map_of_Africa_-_Geographicus_-_Africa-thomson-1813

Die Amerikaner halten es da 1812 noch ein wenig einfacher. Hier die Afrika-Karte von Arrowsmith und Lewis, gedruckt in Boston von Thomas & Andrews. (>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; Blankfaze~commonswiki)

 

Africamap1812-1

 

OK, mögen die Amerikaner seinerzeit etwas nachlässig operiert haben, gibt es hier auch noch die Pinkerton-Karte von 1818. Trotz eines ziemlich konstanten Informationsflusses über den Kontinent aus dem Mittelalter blieb ein Großteil des Inneren bestenfalls spekulativ. Pinkerton, der vom Weg seiner Vorgänger aus dem 18. Jahrhundert abweicht, lässt einen großen Teil des Interieurs leer und fokussiert stattdessen bekannte Bereiche, genauer gesagt, Bereiche, die als bekannt wahrgenommen werden. Dazu gehören das mediterrane Nordafrika, Ägypten, Abessinien, das westliche Niger-Tal, der Kongo, Südafrika und die Länder von Monomotapa (Simbabwe). Jede dieser Regionen hat ihre eigene Geschichte der europäischen Kontakte. Ägypten, entlang des Nils, war schon in der Antike gut kartiert.

 

Die Geschichte vom europäischen Einfall und der Besetzung Südafrikas könnte leicht Bände umfassen und erklärt Pinkertons ausgefeilte Kartierung dieses Gebietes. Das Niger-Tal und der Kongo wurden seit dem 13. Jahrhundert von Portugal und später von Belgien gleichzeitig ausgebeutet und erforscht. Monomotapa, gegenüber der Insel Madagaskar, war ein wichtiger Haltepunkt auf den portugiesischen Handelsrouten nach Indien. Seltsamerweise wurde diese Region auch mit den Minen von König Salomo und den biblischen Legenden des Landes Ophir in Verbindung gebracht. Pinkerton erwähnt nicht ausdrücklich das Königreich Monomotapa, oder Mutapa, das zu dieser Zeit schon lange im Niedergang begriffen war, aber er identifiziert mehrere seiner Mitgliedsstaaten, darunter Manica, Sabia und Sofala, sowie die dort angeblich gefundenen reichen Goldminen. In Wahrheit war dieses Gebiet reich an Gold, in den 1300er Jahren, aber als die Europäer kamen, waren die meisten Minen erschlossen.

 

Die übrigen Teile der Karte sind oft recht vage. Pinkerton bemerkt einige wichtige und erkennbare afrikanische Stammesgruppen, darunter die Buschmänner der Kalahari (Booshmanas), die Hottentotten, die Massai und andere. Nördlich der Region Monomotapa befindet sich der Maravi-See, ein langer, schmaler See, der auf eine Nord-Süd-Achse ausgerichtet ist. Dieser See, mit seinem nördlichen Extremis spekulativ ghosted, stellt höchstwahrscheinlich See Malawi oder See Tanganyika, oder beide dar. Merkwürdigerweise bildet Pinkerton östlich von Maravi eine interessante apokryphe Gebirgskette ab, die er das Rückgrat der Welt nennt. Dieser Bereich wurde mit den Mondbergen, die vom alexandrinischen Geographen Claudius Ptolemäus aus dem 5. Jahrhundert beschrieben wurden, und einem anderen unabhängigen Bereich, der von arabischen Kartographen beschrieben wurde, in Verbindung gebracht. Trotzdem hat es das Rückgrat der Welt, so wie es für diesen Teil Afrikas gilt, nie gegeben. Weiter nördlich jedoch kartographiert Pinkerton die Mountains of the Moon, von denen Ptolemäus sagte, dass sie in der Nähe von zwei großen Seen liegen, die an der Quelle des Weißen Nils lagen. Heute betrachten einige dieses Gebiet und seine Seen als spekulativ, aber wahrscheinlicher ist, dass es Ptolemäus' sehr reales Wissen über den Viktoriasee und das Rwenzori-Gebirge darstellt. Auf jeden Fall trifft Pinkerton die merkwürdige Entscheidung, die ptolemäischen Seen nicht zu kartografieren, obwohl die Mondberge erhalten bleiben und die Quelle des Nils dort liegt. Westlich der Mountains of the Moon zieht Pinkerton eine lange Gebirgskette namens Kong Mountains. Diese Spekulation wurde von den Erkundungen durch Mungo Park vorgeschlagen und galt als die südliche Barriere zum Tal des Niger.

 

Gezeichnet von L. Herbert und gestochen von Samuel Neele unter der Leitung von John Pinkerton. Diese Karte wurde in der seltenen amerikanischen Ausgabe von Pinkertons Modernem Atlas herausgegeben, der 1818 von Thomas Dobson & Co. aus Philadelphia herausgegeben wurde.

 

(>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; BotMultichillT)

 

1818_Pinkerton_Map_of_Africa_-_Geographicus_-_Africa-pinkerton-1818In diesem Zusammenhang ist auch die Karte von de la Rochette von 1803 sehenswert, die man sich auch in beliebiger Auflösung aus der David Rumsey Map Collection runterladen kann (>> Link).

Vollständiger Titel: Afrika. Auctor L.S. de la Rochette, 1782. London, herausgegeben von W. Faden, Geograph seiner Majestät und S.R.H. dem Prinzen von Wales, Charing Cross, Augt. 12., 1803. Eingraviert von W. Palmer.

Autor: Delarochette, L.; Faden, William

Datum: 1803

 

 

Ausgeprägte weiße Flecken auf afrikanischem Kontinent kann 1860 sogar noch Deutschland bieten. (Heck, G., Leipzig Stein Co. 1861).

(>> zum Info- und Kartenlink; Quelle Wikimedia Commons; Slomox).

 Africa-white-spots

Wie passt so etwas zusammen? Haben die Altvorderen aus dem 15./16. Jahrhundert lediglich gesponnen, was ihre eingetragenen afrikanischen Örtlichkeiten sowie die mutmaßlichen topografischen Gegebenheiten anbelangt? Wollte diese später in Ermangelung besserer Daten dann lieber doch niemand so übernehmen, obwohl die übriggebliebenen Angaben 300 Jahre später auch nicht besser waren bzw. auch die meisten Angaben nur auf Hörensagen beruhten? Oder wollte man sich trotz nachweislicher Kenntnis zahlreicher Rohstoffquellen und bevorstehender imperalistischer Bemühungen lieber nicht zu sehr in Details verlieren, um generell die Aufmerksamkeit auf andere Kontinente zu lenken? Sicherlich haben die Küstenverläufe und Proportionen, wie auch manche Verortungen an Präzision zugenommen, die Lücken wurden allerdings immer größer.

 

Vieles mag sich der Betrachter selbst erklären. Ich freue mich jedenfalls für jeden hilfreichen Hinweis.