© Spurensucher - 30.07.2016
Google Earth

Augenwischerei: Ansichtssache Ländergrössen

553px-Greenland_(orthographic_projection).svg

Abb.: By Connormah [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons; >> Link

 

 

Ist es nicht erstaunlich, dass auf Karten Länder oder Kontinente größer aussehen als andere? Dabei handelt es sich um eine optische Verzerrung, die der flämische Geograf und Kartograf Gerardus Mercator aus guter Absicht heraus herbeiführte. Er schaffte im Jahr 1569 die Möglichkeit, eine 3D-Ansicht der Welt auf eine zweidimensionale Karte zu übertragen – einer Karte, die sich seither gut für die Navigation eignet, weil die winkeltreue Abbildung der Erdoberfläche darin enthalten ist.

 

Allerdings hat sie den Nachteil, dass die Größe einiger Landmassen (sprich Länder, Kontinente) in Abhängigkeit zur Entfernung vom Äquator größer oder kleiner dargestellt wird, als es ihre Größe im Verhältnis zu anderen Landmassen in Wirklichkeit hergibt. So erscheinen die Verzerrungen umso größer, je weiter Länder/Kontinente Richtung Nord- oder Südpol – also vom Äquator entfernt – liegen. Kein Wunder, dass die Antarktis oder Grönland so riesig erscheinen, obwohl sie es in Relation zu anderen Landmassen in Wirklichkeit dann doch nicht sind.

 

Verschieben der Länder über Truesize

 

Um diesen Nachteil auszugleichen, hat ein findiges Entwicklerteam via www.thetruesize.com eine interaktive Weltkarte konzipiert, über die man Kontinente und Länder einfach hin- und herschieben kann. Durch das Hin- und Herschieben der Länder und Kontinente Richtung Äquator (oder von ihm weg) werden erheblich abweichende optische Darstellungsunterschiede auffällig, die unsere Weltbetrachtung buchstäblich in ein neues Licht rückt.

 

Probiert es bei thetruesize >> hier doch einmal selbst aus oder schaut euch unten die Beispiele an:

 

Aus groß mach’ klein: 

Beispiel 1: Schiebt man USA und Kanada über den Äquator, stellt man fest, dass beide Länder nicht nur annähernd gleich groß sind, sondern dass ihre Größe gerade mal der Fläche des mittleren Kontinental-Abschnitts Afrikas entsprechen. Was man bisher eventuell nur in Zahlen kannte, wird einem jetzt auch auf einen Blick und ohne Verzerrungen deutlich vor Augen geführt.

 

Nimmt man dann noch Russland dazu (grüne Fläche), wirkt der bislang riesige Kontinent im Osten auch längst nicht mehr so bedrohlich groß. Im Grunde ist er mit dieser Verschiebung auch optisch nicht größer als die Länder Mittel- und Nordafrikas zusammen. Bislang hat uns die karthografische Visualisierung ein völlig anderes Bild vermittelt. 

 

 

Beispiel 2: Verschiebt man die Ukraine auf Äquatorgröße, stellt man fest, dass das als so "riesig" empfundene Land mit seinen knapp 600.000 qkm nur geringfügig größer ist als Kenia. 

 

Beispiel 3: China auf der Höhe des Äquators nimmt gegenüber Nordafrika auch ein nicht mehr so bedrohliches Bild ein 

 

 

 

Aus klein mach’ groß:

Beispiel 4: Schiebt man Syrien auf die Höhe Norwegens, stellt man fest, dass das vormals als so klein empfundene Land flächenmäßig mehr als halb so groß ist wie Norwegen und in dieser Position ganz anders wirkt.

 
Beispiel 5: Dasselbe gilt für das "kleine" Land Eritrea, wenn man es im "Verzerrmodus" auf die Höhe von Großbritannien schiebt. Würde man Großbritannien auf die Höhe des Äquators schieben, würde man feststellen, dass der Inselstaat innerhalb Afrikas optisch untergeht.