© Spurensucher - 05.08.2016

Terminator im Anmarsch? 
Der Flüssigmetall-Durchbruch

Ingenieuren der RMIT Universität in Melbourne scheint der Durchbruch in der Flüssigmetall-Technologie geglückt zu sein (Pressemitteilung vom 4.8.). Damit rückt das sagenumwobene T-1000 aus Terminator 2 (Wir erinnern uns: Tag der Abrechnung) offenbar in greifbare Nähe.

 

Der Startschuss fiel mit der Entwicklung von Flüssigmetallen (man spricht von nichttoxischen Gallium-Legierungen), die sich selbständig verformen und in entsprechender Umgebung auch selbständig bewegen können. 

"Mit dieser Entdeckung sind wir in der Lage, bewegliche Objekte, Schalter und Pumpen zu konzipieren – Flüssigmetalle mit eigenem Antrieb, die innerhalb einer vorgegebenen Lösung autonom operieren können", so Professor Kourosh Kalantar-Zadeh.

 

Große Meldung - kurzer Film

 

In einem anschaulichen kleinen Experiment gelang es einem Team, über die Zugabe eines kleinen flüssigen Metalltropfens in etwas Wasser und nur geringer Zugabe von Säure-, Basen- und Salzkomponenten die Reaktion der eigenständigen "Formgestaltung" des Metalles auszulösen. Es ist nicht nur unglaublich formbar, sondern es bewegt sich auch selbständig. Ein Tröpfchen Flüssigmetall besteht aus einem hochleitenden metallischen Kern und einer atomar dünnen Halbleiter-Oxidhaut - alles, was man zur Herstellung elektronischer Schaltkreise benötigt.

 

 

Ein wenig beunruhigend wirkt die Äußerung des Professors, dass sich der Tropfen in alle Richtungen selbständig bewegen könne, man aber (noch) nicht verstünde, welche Wechselwirkung mit dem Medium (in dem Fall Wasser) dafür verantwortlich sei.

 

Nicht auszuschließen, dass die Funktionstüchtigkeit der elektronischen Geräte zukünftig eher von "organisch" anmutenden Prozessen abhängt als von starren Komponenten.

Die Forscher träumen schon seit langem von elastischen elektronischen Bauteilen für Smartphones und Handys, die wie lebende Zellen operieren, sich autonom bewegen können und miteinander kommunizieren. Wenn sie dazu noch in der Lage sind, selbständig Schaltkreise zu bilden, umso besser. So hofft oder glaubt man zumindest.

 

Dennoch löst diese Entwicklungen diffuse Beklemmungen aus, wenn man an die zunehmende Verselbständigung der technischen Entwicklung denkt. Dass auf Anfrage gegebenenfalls irgendwann auch ein Flüssigmetall-Humanoide auf dem Programm steht, empfindet Kalantar-Zadeh jedenfalls nach eigener Aussage nicht als Utopie.

 

Ausführlichere Informationen und Quelle: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2016-08/ru-ttt080116.php