© Spurensucher - 12. Februar 2017

Bekommen die Türe nicht auf: Geheimnisvolle 7. Gewölbekammer bleibt geschlossen …

Tor_B_

 

(Lt. Forbes und anderen Quellen soll es sich bei dieser Abbildung um das Originaltor "B" handeln)

 

Dass die Maharadschas von Travancore über Generationen fleißig Vermögen angehäuft hatten, steht wohl außer Frage. Geheimkammern des reich verschnörkelten Padmanabhaswamy Tempels mitten in Trivandrum, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaats Kerala, wurden vom Obersten Gerichtshof Indiens (bestehend aus einem siebenköpfigen Richter-Komitee in Anwesenheit des Haupt-Treuhänder des Travencore Trusts) bereits 2011 geöffnet. Aber war das schon alles ...?

6 bis 8 Meter unter der Erde kam ein milliardenschweren Schatz zum Vorschein (Wert etwa 15-22 Milliarden Dollar/die genauen Zahlen und Wertschätzungen stellt man der Öffentlichkeit heute immer noch nicht zur Verfügung)  – bestehend aus hochwertigem Gold, Diamantschmuck, goldenen Utensilien, Waffen, goldenen Götzen, goldenen Elefanten und Diamanthalsketten. Insgesamt bemisst er sich auf 500 Kilogramm Gewicht, worunter auch Taschen voller goldener Münzen verschiedener Nationen, darunter Napoleons und italienischen Münzen zählten. Offenbar handelte es sich um den größten Schatz, der je gefunden wurde.

 

Der Schatz aus den Gewölbekammern

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Lithografie des Raja von Travancore mit seinen Elefanten in Trivandrum, Kerala, von L.H. de Rudder (1807-1881) nach einer Originalzeichnung vom May 1841 von Prinz Aleksandr Mikhailovich Saltuikov, veröffentlicht 1848.

 

Die Verwaltungsbehörden des Tempels waren sich der Existenz von sechs Gewölben bewusst. Sie befinden sich ganz in der Nähe der Mitte des Tempels an seiner westlichen Seite – unterhalb der Stelle, wo die Gottheit platziert ist. Aus Dokumentationszwecken wurden diese Gewölbe als Gewölbe A, B, C, D, E und F bezeichnet.

 

Anschließend wurden zwei weitere Gewölbe identifiziert, die als Gewölbe G und H kategorisiert wurden. Vier Gewölbe C, D, E und F befinden sich in der Obhut der Tempelpriester und wurden mindestens acht Mal im Jahr geöffnet. Der Inhalt, der sich darin befindet/befand, kam bislang ohnehin routinemäßig bei besonderen Zeremonien zum Einsatz.


Im Sommer 2011 öffneten die Gerichtsbeauftragten das Gewölbe A. Sie entriegelten ein Eisengitter und eine schwere Holztür, anschließend entfernten sie eine Bodengranitplatte. Darunter – etwa fünf oder sechs Schritte entfernt – führte ein Gang zu einem kleinen, dunklen Raum, der den Schatz aufbewahrte. Die verschiedenen Gegenstände fanden sich überall verstreut, sie waren nicht systematisch angeordnet. Es gab Körbe, irdene Töpfe, Kupfertöpfe, die alle wertvolle Gegenstände enthielten. Es dauerte etwa 12 Tage, um den Schatz nach draußen zu bringen und eine Bestandsaufnahme vorzunehmen.

 

Das Geheimnis der Gewölbekammer B

Die Gewölbekammer B ist seit Jahrhunderten nicht mehr zugänglich. Der vom obersten Gerichtshof ernannte Ausschuss öffnete die Metallgittertür des Gewölbes B und entdeckte eine stabile hölzerne Tür dahinter. Sie öffneten auch diese Tür und entdeckten eine dritte Eisentüre, die blockiert war. Bevor sich das Team entschloss, weiterzumachen, zögerten die Beamten jedoch zunächst und hielten es für vernünftiger, einen Schlosser zu beauftragen. Bevor dieser jedoch im Juli 2016 sein Werk verrichten konnte, erließ die Königsfamilie über den Obersten Gerichtshof eine einstweilige Verfügung gegen das Vorhaben.
Die Gewölbe G und H bleiben auch weiterhin für Jahrhunderte geschlossen, wurden aber erst Ende des 19. Jahrhunderts geöffnet und beinhalteten auch Wertsachen, die bereits damals dokumentiert wurden.

 

Das Sesam-Öffne-Dich der geheimnisvollen Tür

Cobra

Gefahr einer Kobrainvasion? Was erwartet den "unrechtmäßigen" Tür-Öffner von Nr. 7?

 

Die ganze Welt wartet jetzt gespannt darauf zu erfahren, was sich hinter der Tür befindet. Experten zufolge soll sich die Tür selbstständig öffnen, wenn ein geheimer und richtig intonierter Gesang erklingt. Man glaubt, dass die Tür auch auf diese Weise verriegelt wurde.

Die Kammer gilt allgemein als äußerst geheimnisvoll, heilig und laut Trust-Mitgliedern und Astrologen als gefährlich. Auf der Stahltür der Kammer B befinden sich 2 große Kobras. Die Tür weist äußerlich keine Muttern, Bolzen oder gar Verriegelungen auf. Es handelt sich dabei lediglich um ein einfaches Stück Stahl.


Laut hinduistischer Überlieferung soll ein Schlangenbeschwörungsspruch ("Naga Bandhnam") in Kombination mit der Stimmfrequenz einer maßgeblichen Person (der sogenannten "Siddha Purushas" – aus dem Gefolge von König Marthandavarma im 16. Jhd.) den Verschluss des Tores ausgelöst zu haben.

Das Tor zu einem solchen Gewölbe soll demnach nur von einem hochgelehrten "Sadhus" geöffnet werden, der mit  "Naga Bandhnam" vertraut ist. Dieser muss eine sehr heilige und schwierige "Gaduda Mantra" singen.

 

Legenden nach führt eine gewaltvolles Öffnen des Tors, das mit einem "Naga Bandhnam" beschworen wurde, zu unausweichlichen Katastrophen auf der ganzen Welt.

Vedische Astrologen aus Indien scheinen bereits versucht zu haben, das Tor zu öffnen. Jedoch stieß ihr "Gaduda Mantra" offenbar auf taube Ohren. Wenn das Mantra richtig von einem Sadhu gesungen wird, öffnet es sich automatisch und ohne menschliche Anstrengung. Offenbar verfügt das "Gaduda Mantra" auch über die Macht, gefährliche Schlangen aus dem Weg zu räumen.

Nach Aussage von Beobachtern hört man Geräusche von Wasser oder Schlangen. Bis heute weiß allerdings niemand, was genau sich hinter dem Gewölbetor befindet.

 

Zögerliches Vorgehen – Schlechte Erfahrungen aus dem vergangenen Jahrhundert?

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>> Bildlink; Wikimedia Commons; MJ.ManuJha

 

Die Autorin Emily Gilchrist Hatch hat sich offenbar schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit diesem Mysterium befasst und schildert in ihrem Buch "Travancore: A guide book for the visitor" (Oxford University Press, 1933), dass sowohl 1908 als auch 1933 ein erfolgloser Versuch unternommen wurde, eine Gewölbekammer(n) zu öffnen. (>> Quelle)

Am Sonntag, den 6. Dezember 1931, um 10:00 Uhr, wurde eines der Gewölbe von Tempelbeamten geöffnet. Unter Ausübung spezieller religiöser Riten wurde der Schlüssel in die alten und rostigen Schlösser gesteckt. Selbst der Maharaja "Sree Chithira Thirunal Balarama Varma" legte Hand an. Allerdings kam man damals wohl nicht großartig weiter.

Vorher scheiterte offenbar schon alleine deshalb ein Versuch, weil zahlreiche Kobras über die Eindringlinge herfielen. Das soll wohl bereits 1908 passiert sein, woraufhin man auch ein bestimmtes Gewölbe (Gewölbe B?) nicht mehr betrat. Es stellt sich die Frage, wie sich diese Kobras über Jahrhunderte versorgt haben sollen oder ob sie nicht sogar gefüttert wurden.

 

Wie soll der Schatz unbeobachtet in den Tempel gekommen sein?

 

Sri Padmanabha Swamy Temple, Trivandrum, Kerala


Möglicherweise steckt die Antwort in einem unterirdischen Gangsystem verborgen, das zum einen die einzelnen Kammern mit der noch ungeöffneten Kammer verbindet oder wenigstens Kammer B (falls es sich um die Kammer mit den Kobras handelt). Es wäre die einzige Möglichkeit, ungesehen ein solch großes Vermögen in die Kammern des Tempels zu schaffen.

Eines ist jedenfalls sicher: 

Ein Tempel, der von Millionen von Menschen unter Beobachtung steht, kann nicht mit solchen Schätzen versorgt worden sein, ohne dass man es über die offiziellen Tempeleingänge beobachten kann.
Außerdem stellt sich die große Frage:

Wie kann ein solch' großer Schatz so viele Jahre verborgen geblieben sein, ohne bis 1931 aufzufallen?
Wie kann der König solche Schätze untergebracht haben, ohne dass sich darüber in alten Schriften Aufzeichnungen oder Erwähnungen finden?
Wie kam es, dass der Tempel während der englischen Besatzung unbeschädigt blieb?
Das Gewölbe B ist das größte Geheimnis, das noch enthüllt werden muss. Sollten sich wirklich Kobras darin befinden, muss es mehr Raum und adäquate Bedingungen für Kobras dort zum Überleben geben. Darin müsste Nahrung und Wasser gelangen. 

Das bringt erneut den Tunnel ins Gespräch, der dorthin führt und von überall aus kommen kann: Von einem Fort, einem Wald o. ä.  Wohl aber eher kein Ort, der derzeit von Menschen bewohnt wird und ansonsten längst entdeckt worden wäre.
Nachdem so viele Jahre vergangen sind, ist der Tunnel möglicherweise zerstört oder in einem schrecklichen Zustand.
Sollte man den Bann des "Naga Bandham" nicht brechen können und auf mechanische Methoden zurückgreifen, müsste man die Tür mit ihren nahtlosen Eisenbefestigungen aufschweißen müssen. Offenbar ist man aber diesbezüglich wohl noch vorsichtig. Oder ist alles nur eine Maßnahme, um die Öffentlichkeit zu täuschen?

 

Möglicherweise kommt es aber auch zu einem Wasserdurchbruch unterhalb des Tempels, weil sich dort ja eventuell ein Wasserstrom staut, der anschließend durchbricht und den Tempel zum Einsturz bringt. Der Phantasie scheinen diesbezüglich keine Grenzen gesetzt zu sein.

 

Der geheimnisvolle Schwund des großen Schatzes

Krala-Münzen  

Laut >> India Times hat ein Audit, das im Padmanabhaswamy Tempels durchgeführt wurde, gezeigt, dass eine massive Menge an Gold, welches seit seiner Entdeckung 2011 dort weiterhin unter "Bewachung" gelagert wurde, offenbar auf geheimnisvolle Weise verschwunden ist. Bis zu 769 Goldtöpfe und Silberbarren wurden zwischenzeitlich als vermisst gemeldet. Einige Skeptiker mutmaßen ebenfalls, dass es unter der Kammer einen versteckten Tunnel gibt, der es den Architekten erlaubt, die Türen von innen zu verschließen, was es unmöglich macht, diese von außen aufzubrechen. Dieser geheime Tunnel könnte unweigerlich zu vielen Jahren der Plünderung der Fundgrube geführt haben, ohne dass es jemand bemerkte. Man darf sich also fragen, warum dieser Schatz dort weiterhin seit der Entdeckung gelagert wird.

Man darf sich ebenfalls darüber wundern, dass es bis heute keine Fotos vom angeblichen Schatz gibt. Will man möglicherweise später den Hehlern das Geschäft erleichtern? (*Ironie off*).

 

Weitere Informationen zur Entstehungsgeschichte des Tempels sowie zu persönlich übermittelten Informationen des Maharadschas an den deutschen Reiseveranstalter Thomas Ritter findet Ihr >> hier