Spurensucher - 27.5.2016

Erneut tasmanische Tiger gesichtet


n222_w1150 Die Sichtungen häufen sich wieder.
Auch 2016 gibt es Neuigkeiten vom gestreiften und angeblich seit 80 Jahren ausgestorbenen Beutelwolf aus Australien. In einer Sichtung vom 18. Mai gab Barrie Murphy aus Inverloch zu Protokoll (http://thestar.com.au/blog/tasmanian-tiger-sighted-at-inverloch/): 

"Am vergangenen Mittwoch um etwa 22.30 Uhr, als ich die Ullathorne Straße entlang fuhr, überquerte er die Straße vor mir", sagte er.

"Ich dachte zunächst, es wäre ein Fuchs oder eine Katze, aber wie es die Straße überquerte und den Grünstreifen betrat, erkannte ich, dass es so groß wie ein Hund war - ähnlich einem Schäferhund."

Als er sich dem Tier näherte, fiel ihm die Besonderheit des Schwanzes auf.

"Auffällig war der lange, gerade Schwanz, der einen Meter lang gewesen sein könnte. Außerdem war er weiß und stark," sagte er.

Er konnt zwar von seinem Wagen aus den Kopf nicht sehen, aber "… als ich an ihm vorbei fuhr, sah ich die Streifen an der Seite und auf der Flanke", berichtete er.

"Mir war klar, dass ich etwas ganz besonderes gesehen hatte, darum drehte ich um und fuhr zurück –  doch dann war es schon verschwunden."
 

Auf der Webseite http://www.tassietiger.org/index.php/sightings/sightings-2015 gibt es bereits zahlreiche neue Einträge von Zeugen, die teilweise auch Fotos von 2015 in allerdings fragwürdiger Qualität präsentiert haben. Mit ein bißchen Fantasie und gutem Willen kann man allerdings die klassischen Konturen des Tieres ausmachen.

 

Tiger Wolf & Wombat
Venus Bay Caravan Park Besitzer Tony Holgate ist fest davon überzeugt, im Januar einen Beutelwolf entdeckt zu haben. "Es war kein Hund. Und es war zu groß für eine Katze." Venus Bay Caravan Park Besitzer Tony Holgate wusste genau, was wieder ihn anstarrte - ein tasmanischer Tiger. http://www.heraldsun.com.au/news/victoria/tasmanian-tiger-sighting-at-venus-bay-on-south-gippsland-coast/news-story/813626bf4f166d2a655fea2863fca400)

Der 67-Jährige behauptete, dass die Begegnung an einem frühen Morgen an der weitläufigen Küste von South Gippsland in Victoria wirklich stattgefunden hat.

"Er saß einfach nur da und schaute in meine Richtung ... Ich wusste, was es war, '' sagte Herr Holgate. "Er war mit etwa einem halben Dutzend Kängurus unterwegs und lief mit ihnen ins Gestrüpp.''

Die Sonne war gerade erst aufgegangen, als Holgate eine Besichtigung des Parks seiner Frau Maria durchführte, den er gerade seit zwei Jahre betreibt.

Erst Wochen zuvor hatten Gäste aus Übersee im Park eine ähnliche Beobachtung gemacht. "Sie fragten mich, was das für ein Tier war, das sie um den Park herumlaufen sahen, aber ich hab dieser Sache keine Aufmerksamkeit geschenkt, '' sagte Herr Holgate.

Hoffentlich ist davon auszugehen, dass Holgate dieses Ereignis nicht aus PR-Gründen erfunden hat.

Seit Jahrzehnten hat die Suche nach Beweisen für das vermeintlich ausgestorbene Tier die Phantasie von Forschern und Öffentlichkeit inspiriert. Offiziell starb der letzte Beutelwolf im Hobart Zoo 1936 in Gefangenschaft. Man geht seitdem von etwa 4.000 Sichtungen aus.

 

Der "Tassie Tiger" ist seinerzeit bei der Besiedlung Australiens gefangen, erschossen und vergiftet worden – aus Angst, er könne die Schafherden verwüsten. Die Regierungen (auch die tasmanische) wiegeln ab, wenn es um die Mobilmachung von Beweisen geht. Dabei scheint wohl auch entsprechender Kot gefunden worden zu sein, der für DNA-Tests herangezogen wurde. Wie es allerdings um die Analysen bestellt ist – darüber ist weder online noch in der Presse etwas ausfindig zu machen. 

 

Man weiss nicht so recht, ob man es begrüßen sollte, wenn "echte" kompromisslose Beweise auftauchen, ob das für die verloren geglaubte Spezies wirklich gut ist. Möglicherweise ruft das anschließend nur wieder psychopathische Jäger auf den Plan, die sich dann um die Restbestände "kümmern".