© Spurensucher - 01. Mai 2018

Existenz von Riesenpilzen durch Wissenschaft bestätigt

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Bildquelle: >> Link; Family of Captain William M. Scaife, C&GS; Philippinen 1926; Um Mißverständnissen vorzubeugen: Solchen Exemplaren würde die Wissenschaft keinen Freibrief zur Klassifizierung versteinerter Pilze geben. Obwohl scheinbar doch schon erst Schritte in diese Richtung gehen …

  

Gut, dass wir da nicht selbst drauf gekommen sind. Wissenschaftsgläubige finden bei näherem Interesse jetzt 1-2 Quellen, aus denen hervorgeht, dass wir es in geraumer Vorzeit offenbar mit Riesenpilzen zu tun hatten, die ohne weiteres auch 7-8 Meter groß werden konnten. Die Entdeckungen liegen bereits mehr als 150 Jahre zurück, finden aber nur selten den Weg in die Öffentlichkeit.

 

Dabei handelt es sich um sogenannte Prototaxiten, die seit langem für Kontroversen gesorgt haben. Ursprünglich als Nadelbaum klassifiziert, argumentierten Wissenschaftler später, dass es sich stattdessen um eine Flechte, verschiedene Algenarten oder einen Pilz handeln müsse. Was auch immer es war, es stand in baumartigen Stämmen von mehr als 7 Metern Höhe in der Landschaft und war damit der für wissenschaftliche Einschätzungen größter bekannter Organismus auf dem Festland. 

 

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So etwas bringt die Wissenschaft in den Zusammenhang mit Riesenpilzen, die bis zu 7 Metern, evtl. höher, werden können.

>> Bildquelle; Wikimedia von G.J. Retallack

  

In der Wissenschaft hat es anfänglich mächtig "gequietscht", um die Sache vom Tisch zu bekommen: "Egal, welches Argument Sie vorbringen, die Leute sagen, das ist verrückt.… Das macht keinen Sinn", äußert sich C. Kevin Boyce, Professor an der Stanford University und Mitglied des Komitees für Evolutionsbiologie. Außerdem ist er ein sog. MacArthur-Fellow. Das MacArthur Fellows Program oder MacArthur Fellowship (Spitzname Genie-Preis) ist eine Auszeichnung, die die MacArthur-Stiftung alljährlich an 20 bis 40 US-Amerikaner verleiht, die – unabhängig von Alter oder Betätigungsfeld – „außerordentliche Verdienste vorzeigen und andauernde und verstärkte kreative Arbeit versprechen“. 

Die Stiftung betont, dass „das Stipendium keine Belohnung für vergangene Leistungen ist, sondern vielmehr eine Investition in jemandes Originalität, Einsicht und Potenzial“. Das Preisgeld beträgt jeweils 625.000 Dollar (Stand 2013) und wird vierteljährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgezahlt. 

  

"Ein 20 Fuß großer Pilz macht keinen Sinn." Eine 7 Meter hohe Alge macht auch keinen Sinn, aber hier ist das Fossil."

 

Das "Geology Paper" fügt eine neue Beweislinie hinzu, die darauf hinweist, dass der Organismus ein Pilz ist. Die Pilzklassifikation entstand erstmals 1919, als Francis Hueber vom National Museum of Natural History in Washington, D.C. die Idee 2001 wieder auf den Tisch brachte. Seine detaillierten Untersuchungen der inneren Struktur haben den stärksten anatomischen Beweis erbracht, dass Prototaxite keine Pflanze, sondern ein Pilz sind.

 

"Francis Hueber hat mehr zu unserem Verständnis von Prototaxiten beigetragen als jeder andere, egal lebend oder tot", behauptet Carol Hotton, ebenfalls Mitglied des Smithsonian Netzwerks. "Er entwarf eine überzeugende Studie vor dem Hintergrund der inneren Struktur des Fossils, war aber nie in der Lage, eine 'smoking gun' in Form von reproduktiven Strukturen zu finden, die die Welt davon überzeugen würde, dass es tatsächlich sich dabei um einen Riesenpilz handelte", sagte Hotton.

 

Zusammen mit Boyce, Hotton und Hueber arbeiteten Marilyn Fogel, George Cody und Robert Hazen von der Carnegie Institution of Washington, und Andrew Knoll von der Harvard University als Co-Autoren des "Geology Paper". Ihre Arbeit wurde vom Astrobiologischen Institut der NASA und vom American Chemical Society Petroleum Fund finanziert. Mich persönlich wundert es sehr, dass sich solche Organisationen für Pilzgeschichten interessieren.

 

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Prototaxiten lebten nach Aussage der Mainstream-Wissenschaft vor ca. 420 Millionen bis 350 Millionen Jahren weltweit. Während dieser Zeit, die einen Teil der silurischen und devonischen Periode der geologischen Zeit überspannt, soll die irdische Erde im Vergleich zur modernen Welt recht fremd ausgesehen haben, so die kryptische wissenschaftliche Aussage.

 

Einfache Gefäßpflanzen, die Vorfahren der bekannten Koniferen, Farne und Blütenpflanzen von heute, begannen sich während der Devonzeit an Land zu diversifizieren. "Zuerst sind es nur Stängel. Sie haben keine Wurzeln. Sie haben keine Blätter. Sie haben nichts dergleichen", behauptet Boyce.

 

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>> Bildlink; Wikimedia; Infobgv – Bulgarische "Stein"Pilze werde nicht als solche klassifiziert.

 

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>> Bildlink; Wikimedia; Infobgv 

 

Tausendfüßler, flügellose Insekten und Würmer gehörten zu den anderen Organismen, die bis dahin ihr Dasein an Land gefristet hatten, aber sich aus den Ozeanen noch keine Tiere mit Rückgrat entwickelten. "Diese Welt war ein sehr seltsamer Ort", sagte Boyce.

 

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>> Bildlink; Wüstenaufnahme aus der südlichen Ecke der Sinai-Halbinsel; vielleicht kein Pilz, aber evtl. eine andere Pflanze aus grauer Vorzeit? 

 

Obwohl sich die Gefäßpflanzen 40 Millionen Jahre vor dem Auftreten von Prototaxiten an Land etabliert hatten, standen die höchsten unter ihnen nur ein paar Meter hoch. Bis zum Ende des Devon vor etwa 345 Millionen Jahren hatten sich große Bäume, Farne, Samen, Blätter und Wurzeln entwickelt. "Sie sind alle da. Sie explodierten gerade über diesen einen Zeitraum hinweg," behauptete Boyce.

 

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>> Bildlink; Wikimedia; Pilzgeformte Felsformation im Shawnee National Forest (illionois)

 

Der kanadische Paläontologe John William Dawson veröffentlichte 1859 die ersten Forschungen über Prototaxite, basierend auf Exemplaren, die entlang der Küste der Gaspé-Bucht in Quebec, Kanada, gefunden wurden. Hueber durchsuchte Dawsons Feld-Notizbücher, geschrieben "in einer völlig unleserlichen Schmiererei", meckerte Hotton.

 

"Ein 6-Meter-Pilz wäre in der modernen Welt schon merkwürdig genug, aber zumindest sind wir an Bäume gewöhnt, die etwas größer sind", sagte Boyce. "Die Pflanzen waren damals ein paar Meter hoch, wirbellose Tiere waren klein, und es gab keine terrestrischen Wirbeltiere. Dieses Fossil wäre in einer so winzigen Landschaft umso bemerkenswerter gewesen."

 

Fossilien der Organismen, sogenannte Prototaxite, hatten die paläontologischen Funde der letzten eineinhalb Jahrhunderte in Schwung gebacht, seitem sie 1859 von dem Kanadier entdeckt wurden. Aber trotz der fossilen Aufzeichnungen konnte niemand herausfinden, wobei es sich bei diesen riesigen Türmen handelte. Weitere Funde der Riesenpilze wurden seit dieser Entdeckung auch an anderen Stellen überall auf der Welt gemacht.

 

Die Universität von Chicago rekapitulierte:

"In den folgenden 130 Jahren tobte die Debatte. Einige Wissenschaftler nannten Prototaxiten eine Flechte, andere einen Pilz und wieder andere hielten an der Vorstellung fest, dass es eine Art Baum sei. Das Problem ist, dass, wenn man die Anatomie aus der Nähe betrachtet, es an viele verschiedene Dinge erinnert, man damit aber nichts anfangen kann", so Boyce. "Und es ist so verdammt groß, dass immer, wenn jemand sagt, dass es etwas ist, alle anderen erwidern: ‘Wie kommst Du auf eine Flechte?‘"

 

Geologische Prozesse können die Isotopenzusammensetzung von Fossilien verändern, aber Boyce und seine Kollegen führten Tests durch, um zu überprüfen, ob die Kohlenstoffisotopenzusammensetzung der analysierten Proben organischen und nicht geologischen Ursprungs waren.

 

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>> Bildlink; Wikimedia; Vitoriano Jr. – Nationalpark von Catimbau (Brasilien) 

 

"Warum diese bizarren Organismen so groß wurden, habe ich mich gefragt – ob sie es Prototaxiten ermöglichten, ihre Sporen weit zu verbreiten, so dass sie geeignete sumpfige Lebensräume besetzen konnten, die in der Landschaft ungleichmäßig verteilt waren?", fragte sich Hotton.

 

"Die relativ einfachen devonischen Ökosysteme schienen nichts zu enthalten, was sie daran hinderte, lange Zeit langsam zu wachsen. Pflanzenfressende Tiere hätten sich noch nicht entwickelt," meint Boyce. "Aber selbst wenn die Prototaxiten nicht von den Dinosauriern und Elefanten gefressen worden wären, die viel später kamen, würden sie wahrscheinlich zu langsam wachsen, um sich von regelmäßigen Störungen jeglicher Art wieder zu erholen," mutmaßt Boyce. 

 

"Es ist schwer vorstellbar, dass diese Dinge in der modernen Welt überleben", sagte er. Naja, vielleicht leben wir mitten unter ihrer versteinerten Pracht und sie sind nach wie vor allgegenwärtig.

 

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>> Bildlink; Wikimedia; von Ocyid X: Manche Felsformationen erinnern an Schwämme, wie dieses Fundstück aus Indonesien. Ob es sich hier wirklich um fossilierte Pilze handelt, darf kontrovers diskutiert werden.

 

2007 kam letztlich auch eine entsprechende >> Studie heraus.

 

Nach meiner Auffassung muss man diesen Aussagen mit größter Vorsicht begegnen. Immerhin interessant, dass sich die Forschung gegenüber möglichen Riesenpflanzen in dieser unorthodoxen Weise nicht völlig verschließt. Bei dem ganzen Drumherum an wissenschaftlichen Aussagen wie "schwer vorstellbar", "nicht überlebensfähig", "Welt als seltsamer Ort" sollte man sich jedenfalls seinen Teil denken.  

 

Weitere Quellen hierzu: >> Link

Foto einer Prototaxiten-Ausgrabung in Saudi-Arabien: >> Link

 

Wer sich vorstellen kann, dass riesige Pilze wie auch die normalen Pilze in heutiger Zeit in symbiotischer Beziehung zu Bäumen standen, mag sich ausmalen, welche Größe Bäume zur damaligen Zeit wohl erreicht haben mögen. Diese Diskussion möchte die Wissenschaft gewiss an dieser Stelle nicht weiterführen. Sie behaupten, dass diese Pilzobjekte als exponierte Objekte in einer Buschlandschaft vorzufinden waren. Siehe dazu auch >> Spurensucher-Beitrag