© Spurensucher - 03.12.2019

Freilichtkloster Limburg: Mehrmals in Brand geraten

 

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Dort, wo Orte der Kraft sind, findet man als erstes Burgen. Diese verschwinden dann und machen christlichen Klöstern oder Kirchen Platz. Das immerwährende Muster der letzten ± 1.000 Jahre. Die Kräfte werden „organisiert“ und „zugeteilt“. Es ist interessant zu beobachten, dass die Zerstörung nicht nur vor Burgen halt gemacht hat, sondern auch für Klöstern. Das Kloster Limburg steht an einem Ort, auf dem zuvor eine der ältesten Salier-Burgen der Pfalz gestanden haben soll. Davor wieder stand dort eine keltische Höhensiedlung (zumindest nannte man sie so). Von beiden gibt es aber kaum noch Spuren.

 

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Kirchliche „Besetzungen“ wie diese hier scheinen allerdings auch nicht immer unter einem guten Stern zu stehen. Das im 11. Jahrhundert erbaute Kloster wurde 1504 zerstört. Das Kloster soll 9 Tage und Nächte gebrannt haben. Der spätere Aufbau erfolgte nur bruchstückhaft und abermals erfolgten Verwüstungen durch Kriege und Scharmützel. Anschließend bediente man sich nur noch des verbauten Materials … Selbst 2017 soll dort nochmals ein Feuer gewütet haben, der die Schänke dem Erdboden gleich machte und ein Menschenleben forderte.

 

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Pyramidenhäufungen und Symbolkunst im Außenbereich

 

Vor den Ruinen steht eine Anordnung von Kunstwerken, die einem ehemaligen Mönchen namens Gottschalk gewidmet sind, der dort womöglich zu Anfang ansässig war. Als Dichter verfasste er „IN OCTAVA EPIPHANIAE“, ein Künstler bastelte daraus diskussionswürdige Skulpturen.

 

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Sie Sequenz von Gottschalk wurde vom Künstler Thiele zu entsprechenden Skulpturen verewigt. Ich sehe darin einige künstlerische Eigenmächtigkeiten, die so gar nicht der Lyrik des Mönchs entsprechen will. Interessant ist in jedem Falle die Doppelpyramide als Skulptur, die nur über einen Schlussstein verfügt. Dieser befindet sich auf der unteren Pyramide, die nach oben zeigt, nicht aber auf die abwärts gewandte Pyramide, die ihre Spitze verloren zu haben scheint.

 

 Was steckt eigentlich hinter „Epiphanie“? Dahinter verbirgt sich der Inbegriff der Offenbarung, die Sichtbarwerdung oder Erscheinung einer Gottheit, mitunter auch einer geistigen Manifestation. Worauf geht das zurück?
Die Bibelwissenschaft erklärt uns: „„Epiphanie“ und „Theophanie“ sind theologische Fachbegriffe, die eine Gotteserscheinung bezeichnen, wie sie zur → Offenbarung einer Gottheit gehören kann. Allerdings sind die beiden Begriffe nur schwer voneinander abzugrenzen …“ Soweit, so gut.

 

Die Erscheinungsform einer Gottheit geht selbstverständlich Tausende Jahre der christlichen Kirche voraus, bspw. in Form der Schlangengöttin der Minoer. Vorzugsweise sollen diese Erscheinungen auf Kreta stattgefunden haben.

 

Wofür steht die Oktave? Nach dem philosophischen Lehrer G.I. Gurdjieff steht/stand das ursächlich musikalische Oktavsystem für die „innere Evolution“ des Menschen und seinen transformatorischen Prozess, einem wirklichen Erwachen. Es geht dabei vor allem um einen universellen Bewusstseinsprozess in Stufen. Ganz im Sinne einer (profan ausgedrückt) Tonleiter. Das Ganze soll von den Schamanen über Zoraster, Pythagoräer, Gnostiker und Neuplatoniker nach den Gesetzen der Harmonielehre im sprichwörtlichen Sinne überliefert worden sein – im Vordergrund steht die Entwicklung der Seele und der Erhaltung des kosmischen Gleichgewichts.
Die Klerikalen machten daraus eine mehr oder weniger profane Liturgie im Zuge der „Wiederauferstehungs“- und „Festtags-Arien“ aus jeweils 8 Tagen, an Ostern oder Weihnachten. Der Aspekt der „Wiederauferstehung“ hat aber symbolisch gesehen eine andere Bedeutung …

 

Diese seltsame Pyramide ist Eduard Jost gewidmet, der sich für das Pfälzer Lied verantwortlich zeigt. Er lebte im 19. Jhrd. und man widmete ihm unerklärlicherweise eine Pyramide zum Angedenken. Eine Freimaurerzugehörigkeit kann ich ihm vor dem Hintergrund meiner Recherchen nicht nachweisen. Möglicherweise erfreute das Pfälzer Lied jedoch andere "Brüder".

 

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Kloster oder nicht? Rekonstruktionen sind inflationär

Wie hat das Kloster wirklich einmal ausgesehen? Schaue ich mir die Fragmente des höchsten schmalen Turms an, der heute noch steht, finde ich im Grund kaum Übereinstimmungen. Es gibt auch keinerlei Zeichnungen aus dem Mittelalter, was ich außergewöhnlich seltsam finde. Aber möglicherweise findet Ihr das Ganze ja plausibel?

 

Ein Rekonstruktionsversuch, der mich nicht überzeugen will. Kloster Limburg Bad Dürkheim, Rekonstruktionszeichnung der romanischen Kirche, von Wilhelm Manchot (1844-1912), auf Geldschein der Stadt Bad Dürkheim, 1923 (Wikimedia Commons, Link).

 

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