© Spurensucher - 04.02.2023

Rätselraten am Monte Scherbelino von Stuttgart

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Monte_Scherbelino_©Spurensucher_040223_21Am Rande des Gehwegzugangs auf dem Weg nach oben finden sich Trümmer, die den Weg nicht ganz nach oben geschafft haben. Ich nenne diesen hier den "Schlüsselloch-Felsen", eine vollständig bearbeitete Struktur mit Bearbeitungs-Schraffuren an der Seite und einem schlüsselartigen Loch oben drauf. Möglicherweise hat man diesen Felsen, in der Neuzeit so bearbeitet, dass man hier eine Schranke mit einer Kippmechanik in die Aussparung legen konnte. So gelang es den Manipulateuren nach dem Krieg, den Zugang ganz nach oben nach Belieben zu sperren. Ein solch "sperriges" Objekt könnte aus der ehemaligen Stiftskirche stammen.

 

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Was stimmt nicht mit dem Monte Scherbelino (Stuttgart)? Auf dem Birkenkopf, einer Anhöhe nahe Stuttgarts, wurden nach offizieller Aussage zwischen 1953 und 1957 über 1,5 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt aus den Bombennächten von 1940 bis 1945 abgelagert. Es soll sich um die Ergebnisse von 83 Bombenangriffen handeln.

 

In den 4 Jahren wurden auf dem Berg, der heute nur noch als Trümmerberg (darum Scherbelino) bekannt ist, 40 Meter aufgetürmt. Seit den 53ern gibt es Bilder von diesem Berg, in der Zeit davor habe ich bei meinen Bildrecherchen nichts an Bildern oder Stichen finden können. Im Krieg diente das Gelände (auf eben niedrigerem Niveau) als Flakfestung/-stützpunkt. 

 

Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich hier nur alte Luftaufnahmen von 1954 verlinken, als >> hier und >> hier. Möglicherweise sah der Trümmerberg auch 1972 anders aus als heute. Sämtliche Archivaufnahmen, die uns online gezeigt werden, sind so niedrig aufgelöst, dass nur wenige Details zu erkennen sind. 

 

Seltsam ist auch, dass bei sämtlichen Schwarz-Weiss Aufnahmen (von 1954), bereits das obere Plateau vorhanden war. Man hat also bis 1954 das Plateau bereits aufgeschüttet (innerhalb eines Jahres) und was soll dann bis 1957 geschehen sein? >> hier noch eine Aufnahme von 1956, die aus meiner Sicht keinen Unterschied macht zu den Bildern von 1954. Hat man die Gunst der Stunde nah dem Krieg genutzt, um Cairnüberreste zu im unteren Bereich des Berges zu "schleifen", unliebsame ältere Spuren zu beseitigen und eine Müllhalde aufzuschütten? Wieso hat man so schwere Trümmer dort überhaupt hoch geschafft und wieviele davon waren es wirklich?

 

Heute befinden sich Portale, Säulen und Bildhauerarbeiten auf dem Gipfel des Birkenkopfs. Teilweise sind sehr interessante Stücke von historischen Gebäuden darunter, die lt. Wissenschaft dem "Historismus" zugerechnet werden.

 

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Dann wäre da noch die Sache mit der Eiche: Auf dem obersten Plateau steht eine Eiche, die locker 160 Jahre auf dem Buckel hat (berechenbar nach dem Stammdurchmesser). Man sieht sie ganz deutlich - sie sticht aus der umliegenden Vegetation deutlich heraus. Wie kann das sein, wenn das obere Plateau erst in den 50ern aufgeschüttet worden sein soll. Auf den alten Fotos ist nix von einem Baum zu sehen. Hat man nachträglich eine bereits fast 100 Jahre alten Baum dort hingesetzt bzw. gepflanzt? Erscheint mir unwahrscheinlich.

 

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Der Baum (oben in ganzer Pracht) passt zeitlich nicht in die Entstehungsgeschichte der angeblichen Müllhalde auf dem Berg. Wir haben bei dieser Eiche, die sich am Rande des obersten Plateaus befindet, ein Alter von ca. 160 Jahren ermittelt. Vor 160 Jahren jedoch gab es dieses Plateau angeblich noch nicht bzw. es wurde ja erst in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts augeschüttet.

 

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Außerdem befinden sich am Fuße des Berges Trockenmauern und ein verschütteter Bergzugang, die auf einen ehemaligen Cairn schließen lassen könnten. Die Trümmer auf dem oberen Plateau sehen aus wie die Überreste einer neoklassizistischen Villa oder eines Tempels (greko-romanischer Baustil) – mehrerer unterschiedlicher Gebäude. Nur selten sind mal "modernere" Baureste aus dem 20. Jhrd. eingestreut. Für mich sieht das aus, wie ein Showtrümmerberg. Sicherlich auch Absicht, damit man hier der "alten Sünden" gedenkt.

 

Hier am Fuße des Berges findet man Trockenmauern in unterschiedlicher Beschaffenheit, vermutlich auch in unterschiedlichen zeitlichen Abständen errichtet.

 

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Trockenmauern aus einer anderen Zeit, rund um einen verschütteten Zugang, der in das Innere des Berges führt. Wir wissen nicht, ob er im letzen Jahrhundert oder weiter zeitlich zurückliegend angelegt wurde.

 

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Hier der Zugang in den Berg (bitte beachtet den Spalt bzw. die Kante unterhalb des schwarzen Schuhs)

 

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Schraffursteine und Insignien am unteren Rand des Birkenkopfs lassen darauf schließen, dass man sich bei der unteren Befestigung bzw. bei der Erstellung von "Ziermauern" des Materials bedient hat, was am und um den Berg zu finden war.

 

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