© Spurensucher - 22. August 2017

Roche à trois pieds – Felsen auf drei Füßen

 

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Die Aufzeichnungen reichen zurück bis ins Jahr 1833: In der Nähe der Oraille Farm und des Schlosses Martinvast findet man einen Dolmen, der auf den ersten Blick natürlichen Ursprungs ist (ein sogenannter Pseudodolmen). Er setzt sich aus drei Quarzfels-Sockeln ​​in einem Dreieck zusammen, auf dem ein riesiger Quarzblock liegt. Nach näherem Hinsehen darf indes an Zufällen gezweifelt werden.

 

Besucht man den Fundort in der Normandie, fährt man mit dem Auto eine enge Bergstraße auf eine Anhöhe hoch, an der sich schlecht halten lässt und sieht auf der rechten Seite einen Hain, der merkwürdigerweise eingezäunt ist. Möglicherweise hat es der Waldeigentümer vorgezogen, das interessante Felsarrangement nicht (mehr) öffentlichen Blicken zugänglich zu machen.

 

Überwindet man die halbherzige Einzäunung (mit einem Schritt – ohne großartigem Klettern) stößt man nach wenigen Metern in dem kleinen Wäldchen auf die mittlerweile reichlich zugewachsene Felsformation, die dort auch nicht die einzige ist. Beeindruckend ist wirklich dieser massive Quarzblock von etwa 3 x 3 Metern (etwa 2 Meter dick), der auf drei kleineren Quarzblöcken liegt.

 

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Es gibt aus meiner Sicht Anzeichen dafür, dass diese Formation wie auch das Drumherum menschlichen Einflüssen unterworfen war und man hier deutlich Hand angelegt hat. In diesem kleinen Wäldchen auf der Spitze des Hügels findet man auch weitere bearbeitete Felsen, die die Theorie stützen, dass dieser massive Quarzblock auf vorbereitete kleinere Quarzsockel gebracht wurde. Das Arrangement der drei dafür vorgesehenen Quarzstützen wie auch die vorbereitete Mulde für die Deckenplatte lassen darauf schließen, dass es sich hier nicht um Zufälle handelt.

 

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Die Wissenschaft bezeichnet eine solche Formation als Pseudodolmen, da sie ihrer Auffassung nach auch natürlich zustande gekommen sein kann. Dass dies angezweifelt werden kann, steht bei näherem Hinsehen außer Frage.

 

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Abbildung: Man sieht deutlich, dass die Form der aufliegenden Platte präzise an die Oberfläche der darunterliegenden Stütze angepasst wurde.

 

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Abb.: Die umliegenden Felsformationen lassen sehr stark auf teilvollendete Bearbeitungen schließen. Einschlüsse, teilweise glatte Wände und symmetrische Strukturen geben hier erste Hinweise auf weit zurückliegende menschliche Einflüsse.

 

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Rocher-à-trois-pieds-Martinvast (9)Es ist nicht auszuschließen, dass das Quarzdach des Dolmens seinerzeit von den dahinterliegenden Felsen herabgezogen wurde, um die dafür sorgsam vorbereiteten Stützen zu nutzen. Ein Stützstein ist nach Aussage von Pierre Lefillastre, aus dem Verzeichnis der französischen Departement, 1833 pp.240-241, ohnehin nicht von diesem Standort und darum absichtlich dort platziert worden.

 

Pierre-à-trois-pieds-carte postale

(Abb.: Alte Postkarte des Dolmen aus dem vergangenen Jahrhundert)

 

Die topografische Lage der Anhöhe und die Tatsache, dass es den Menschen vor Tausenden von Jahren möglich war, tonnenschwere Steine zu bewegen, lässt mich nicht daran zweifeln, dass wir es hier mit einer menschgemachten Formation zu tun haben.