Spurensucher - 5.5.2016
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Prähistorisches Tunnelsystem in der Steiermark


Die Archäospeleologen (Höhlenforscher) Dr. Heinrich Kusch und seine Frau (er ist Prähistoriker und Lehrbeauftragter an der Uni Graz) haben über die letzten Jahrzehnte akribisch die unterirdischen Gangsysteme der Steiermark untersucht, karthographiert und nach wissenschaftlichen Kriterien analysiert. Die Existenz sogenannter Erdställe ist den Einheimischen seit ewigen Zeiten bekannt, wurde aber vorher nie näher erforscht. Die Kirche hat bereits im Mittelalter dafür gesorgt, dass die Zugänge zugeschüttet und versiegelt wurden – diese Vorgehensweise gibt heute Anlass zu Spekulationen …

 

Alles begann mit Umbauarbeiten des Dachstuhls eines Bauernhofs, in dem ein jahrhundertealtes Hohlbodengeschoss (bzw. Projektil) gefunden wurde. In einer Aussparung der "Kanonenkugel" befand sich die Kopie eines alten Lageplans unterirdischer Gangsysteme, dessen Ausgangspunkt unterhalb des Augustiner-Chorherrenstifts (Kloster) Vorau in der Steiermark lag/liegt.

 

Die unterirdischen Gänge wurden im 16. Jahrhundert per Kirchen-Dekret landesweit geächtet und deren Zutritt verboten. Die Kleriker setzten alles daran, die entsprechenden Zugänge akribisch und unter größtem Aufwand zu versiegeln.

 

 

Geächtete Steine – Leuchten aus eigener Kraft


Zitat des Abts und Probst zu Nivenburg (1580): "Besonders ist Obacht zu halten, dass die Schratteln und Gäng doppelt zu vermauern und schlämmen nicht versäumt werdt. Der heidnische götzenhafte unheilbringende Schwarze Stein soll verpackt werden, dass seine Kräfte nicht mit dem Schlamm in Berührung kommen können. Das gute Werk soll von einem Dutzend Wachen beäugt und das Volk fernabgehalten werden. Den 12 Aposteln wird Gott die Einsicht danken." Die Kleriker hatten sich viel vorgenommen … und auch in die Tat umgesetzt.

 

Tatsächlich hat Dr. Kusch bei seinen Freilegungs- und Ermittlungsarbeiten vier dieser ominösen schwarzen Steine eingelagert in Kisten finden können und stellt sie in einem Film vor. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten bislang nicht ermitteln, wie es zu den Eigenlichtanteilen der Steine (sie beginnen unvermittelt aus eigener Kraft zu strahlen) und deren Farbveränderungen auch bei Sonneneinstrahlung kommt (ab Minute 23:10). Auch Handabdrücke bleiben über längere Zeit durch Farbveränderungen auf der Oberfläche der Steine sichtbar erhalten. 

 

Abgehende Verbindungen vom Stift – Tunnel als Energielinien?

Ab Min. 28:00 erörtert Dr. Kusch anhand der Kartenkopie die Theorie (Bezug Dr. Dr. Röhrig), dass die unterirdischen Gänge Energiewege über weitere Entfernungen  – in diesem Fall 7 km – durchs Feld seien (sogenannte Haderschratteln); hierüber sollen die mittelalterlichen Geistlichen schon Bescheid gewusst haben. Außerdem sollen sie genutzt worden sein. Die Kirche hält Karten solcher Gänge und Linien von ganz Europa in ihrem Besitz.

 

Er spricht von Sende- und Empfangsstationen bei den Schachteinstiegen: "Auf der einen Seite sollen sich die Grundstoffe der Dinge (der Materie) auflösen, um sich in der Tiefe wieder zusammen zu setzen …" (diese Erklärung ist allerdings in ihrer Oberflächlichkeit nicht nach- oder überprüfbar).

 

Höfe mit unterirdischem Tunnelsystem verbunden

Im Umland befinden sich mehrere Höfe mit Kellern, die nach Dr. Kusch's Forschungen über die unterirdischen Tunnelsysteme miteinander (u.a. auch mit dem Stift) verbunden sind. Die Tunnel sind mit sogenannten "Schlupfen" und "Wächternischen" ausgestattet, die weitere Anlässe für interessante Spekulationen geben.

 
Außerdem gibt es unterirdische isolierte Kreisgänge mit nur einem Zustiegsschacht, die in sich geschlossen sind und die durch ihre Bauweise auf eine Entstehung aus dem Mesolithikum oder davor (ca. 11.000 Jahre) hinweisen. Sinn und Zweck dieser unterirdischen Kreisgänge ist nach wie vor rätselhaft, doch äußerte wohl Dr. Dr. Röhrig auch hier die Vermutung, dass die Kreisgänge die Energieflüsse über die Schratteln (Erdställe) verstärken sollten.

 

Kusch hat eine Karte der derzeit bekannten Lochstein- und Menhirvorkommen der Steiermark angefertigt und bekommt auch Unterstützung von Studenten und der Öffentlichkeit. Man geht davon aus, dass es – bevor die Kirche ihr Unwesen im Mittelalter trieb – Tausende dieser Steine (anderswo auch Hinkelsteine genannt) überall in Feld, Wald und Flur vorhanden waren. Einen Großteil ließ der Klerus jedoch zerstören.

Heute gibt es noch ein paar Hundert in der Region. Lochsteine wurden über die TCN-Datierung teilweise auf über 13.900 Jahre geschätzt (nicht Alter des Steins, sondern Alter der Bearbeitung!!).

 

Verglaste Oberflächen bearbeiteter Steine

Überall in der Gegend des Augustinerstiftes wurden bearbeitete Steine im Gelände gefunden, die verglaste Oberflächen aufweisen. Quarzsedimente wurden bei über 1.000 Jahren von oben geschmolzen. Es ist völlig schleierhaft, wie unsere Vorfahren zu jener Zeit das bewerkstelligt haben sollen.

 

Alter und Temperatur von Steingängen und Steinräumen


Erdstallgänge können knapp 11.000 Jahre alt sein (lt. TCN-Datierungen in amerik. Labors). Die Gangkonstruktionen wechseln sich häufig ab (Erdstallgänge "gemauert" mit reinen Steingängen). Manchmal münden auch offene Hohlwege in Schachteingänge zu einem Erdstallgang. Sogenannte Steinräume, die - wie die sogenannte Franzosenhöhle - offenbar auch als Schutzeinrichtungen galten, wurden unterirdisch nicht nebeneinander, sondern interessanterweise und für uns unverständlicherweise untereinander eingerichtet. Eindringendes Regenwasser wurde über seitliche Rinnen abgeleitet, so dass die untereinanderliegenden Schutzräume auch vor Wind und Wetter geschützt waren. Der architektonische Aufwand muss enorm gewesen sein, da auch sämtliche Räume mit fast tonnenschweren Deckplatten geschützt wurden. Speziell bei der Franzosenhöhle wurde eine Innentemperatur von 12,2 ° C gemessen, während außen eine Temperatur von -15° bestand. Der Raum hat eine direkte Öffnung nach draußen – die Kälte hätte im Grunde sofort eindringen müssen. Auch dieses Rätsel bleibt vorläufig ungelöst.

 

 

Mit heutiger Hightech-Ausrüstung nicht nachzubauen


(Ab Min. 1:15:00) Die Bearbeitung der "reinen Steingänge" ist mit hochtechnischer Ausrüstung minutiös hineinge"fräst" worden. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen der Arbeitsspuren konnte man feststellen, dass der bearbeitete Gneis (Hartgestein) versintert wurde. So etwas tritt bei Arbeitstemperaturen von über 1.200 °C auf (die man ja nach heutiger Geschichtsauffassung nicht herstellen konnte). Im Rahmen der Labortätigkeit isolierte man Metallspäne in höchster Werkstoffqualität, nämlich aus Stahl, Titan-Molybdän etc. Und das bei Gängen, die älter sind als 10.000 Jahre. Raumlaserberechnungen ermittelten eine Genauigkeit/Präzision von +/-17 mm im Deckenbereich eines exemplarischen Ganges.

 

 

 

 

 

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